Januar 2020 – Welches CMS ist das richtige für meinen Webauftritt? Teil 4: Die Exoten – Flat File, Ruby on Rails und Django

Welches CMS ist das richtige für meinen Webauftritt?

Teil 4: Die Exoten – Flat File, Ruby on Rails und Django

 

Im Januar 2020 beginnt das neue Jahr und endet unsere Reihe zu gängigen Content Management Systemen. Nachdem wir uns zuvor mit proprietären Enterprise CMS, .NET-basierten, sowie PHP-basierten Systemen auseinandergesetzt haben, kommen wir nun mit den Exoten zum Ende. Dabei reicht die Spanne von sehr simplen Lösungen wie Flat File CMS zu eher komplexen Lösungen wie Ruby on Rails oder Django – welche an sich keine CMS sind, mit denen sich aber CMS-ähnliche Lösungen entwickeln lassen.

 

Flat File CMS

Die sogenannten Flat File CMS sind die wahrscheinlich spartanischsten Vertreter der CMS Gattung. Anstatt wie andere Systeme ihre Daten in einer Datenbank zu speichern, schreiben Flat File CMS ihre Daten in Dateien. Das macht sie im Vergleich zu Datenbankgestützten Systemen ausserordentlich schnell. Auch die Verwaltung (Backups, Umzug, etc.) kann bei einem Verzicht auf eine Datenbank deutlich einfacher vonstatten gehen, da man lediglich die entsprechenden Dateien kopieren muss.
Allerdings unterliegen Flat File CMS aufgrund ihrer Einfachheit gewissen Limitationen. Komplexe Corporate Websites mit vielen Funktionen lassen sich damit eher schwer realisieren – für kleinere Projekte, die keine allzu aufwändigen Funktionalitäten bieten, können sie aber durchaus geeignet sein. Auch die Auswahl an Plugins, Themes und anderen Komponenten ist bei Flat File Systemen oftmals deutlich limitierter als bei bekannten vollwertigen CMS wie WordPress & Co. Ein gewisses Mass an Programmierkenntnissen in HTML und CSS ist ebenfalls hilfreich.
Vertreter wie Grav, Bludit, Statamic oder Kirby können jedoch durchaus einen Blick wert sein.

 

Ruby on Rails

Ruby on Rails (oder kurz Ruby) ist an sich kein CMS, sondern ein Web-Application-Framework, mit dem sich äusserst komplexe Systeme entwickeln lassen. Bekannte Vertreter von Ruby-on-Rails basierten Systemen sind z.B. Twitch, GitHub, Airbnb oder SoundCloud.
Da Ruby jedoch kein CMS mit einem grundlegenden Funktionsumfang ist, sondern dazu genutzt wird, ein solches System zu kreieren, ist eine gründliche Konzeption- und Planungsphase äusserst wichtig. Grosses Pro von Ruby ist aber die Flexibilität, die es in der Erstellung eines Systems ermöglicht. So lassen sich zahlreiche kundenspezifische Funktionen integrieren, die sich dann über ein (individuell zu entwickelndes Backend) steuern lassen.
Zudem sorgen viele sogenannte “Gems” (eine Art Softwarebibliotheken) dafür, dass z.B. externe Dienste oft recht einfach und ohne grossen Aufwand eingebunden werden können.
Für komplexe Projekte mit sehr spezifischen Anforderungen ist Ruby ein idealer Begleiter, allerdings ist der Aufwand bei der Spezifizierung eines Ruby Projekts nicht zu unterschätzen.

 

Django

Mit Django stellen wir schliesslich ein weiteres Webframework vor. In der Programmiersprache Python geschrieben, ist Django darauf ausgelegt, Projekte möglichst schnell von der Konzeptionsphase zu einem funktionierenden Konstrukt zu bringen. Es bringt viele Basisfunktionalitäten mit, die Entwicklern die Arbeit abnehmen und die Projektlaufzeit verkürzen. Es kommt mit einer automatischen Administrationsoberfläche, über welche Redakteure das System bewirtschaften können. Auch in punkto Sicherheit ist Django vorne mit dabei – ob Cross site scripting (XSS), Cross Site Request Forgery (CSRF), SQL injection, oder weitere Angriffsvektoren, das System ist darauf ausgelegt, hier eine möglichst minimale Angriffsfläche zu bieten.
Auch bei Django gilt wieder: Das System ist kein CMS an sich, mit ihm lassen sich jedoch CMS-artige Systeme entwickeln. Für Projekte mit sehr spezifischen Anforderungen kann es sich also durchaus lohnen, einen Blick auf Django zu werfen.

 

Mit den Exoten ist unsere Reihe zu den gängigen CMS nun zum Ende gekommen. Natürlich konnten wir beileibe nicht alle Systeme vorstellen, die aktuell auf dem Markt sind – wir hoffen jedoch, dass wir Ihnen eine grundlegende Übersicht darüber geben konnten, welche Optionen auf dem Markt verfügbar sind.

Falls Sie an einem Projekt mit einem der genannten Systeme interessiert sind, kommen Sie gerne auf uns zu. Wir analysieren gemeinsam Ihre Anforderungen, um das perfekte System für Ihre Ansprüche zu finden.

Vergangene Artikel in dieser Reihe:
Teil 3: PHP-basierte Open-Source Systeme
Teil 2: .NET-basierte Systeme
Teil 1: Enterprise CMS

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