Mai 2020 – Videokonferenzen: Telefonieren war gestern?

Videokonferenzen – Telefonieren war gestern?

 

Seit das Coronavirus unsere (Arbeits-)Welt auf den Kopf gestellt hat, erfreuen sich Videoconferencing-Dienste einer schlagartig gestiegenen Beliebtheit. Während es auch schon davor zahlreiche Möglichkeiten gab, Videokonferenzen abzuhalten, sind nun Dienste wie etwa Zoom oder Jitsi Meet in aller Munde.

In diesem Artikel wollen wir einen kleinen (und beileibe nicht vollständigen) Überblick über einige dieser Dienste bieten. Features wie Bildschirm teilen, Chat-Nachrichten, einfache Einladungen via Link, etc. sind eigentlich absolute Basisfunktionen, welche wir deshalb nicht gesondert erwähnen. Auch ist allen Diensten gemein, dass ab einer bestimmten Anzahl an Teilnehmern nur eine limitierte Anzahl mit Video angezeigt werden kann.
Fangen wir mit dem bekanntesten und gleichzeitig kontroversesten an:

 

Zoom

Der Dienst Zoom vom gleichnamigen US-Anbieter konnte im Verlauf der Krise seine Nutzerzahl innert weniger Wochen von 10 auf 200 Millionen täglich erhöhen.
Der Dienst bietet je nach Kostenplan alle gängigen Funktionen, die man von einer professionellen Lösung erwartet.
Im kostenfreien Basic Plan sind etwa Meetings für bis zu hundert Teilnehmer möglich, jedoch ist die Länge der Meetings ab 3 Teilnehmern auf 40 Minuten limitiert. Mit den gestaffelten kostenpflichtigen Plänen kommen dann Features wie Videokonferenzen mit bis zu 1000 Teilnehmern, Meetings von bis zu 24 Stunden Dauer, Einwählen via gebührenfreier Telefonnummer, oder individualisierbare Meeting IDs und Vanity URLs dazu.

In der Kritik stand Zoom schnell wegen datenschutzrechtlichen Bedenken, da z.B. Fremde über eine verhältnismässig leicht zu erratende Konferenz-ID in Meetings eindringen konnten. Auch Bedenken bei der Qualität der Verschlüsselung und beim Datenschutz wurden geäussert. Zoom setzt sich nach eigenen Angaben intensiv mit diesen Vorwürfen auseinander und arbeitet an der Behebung.
Man sollte sich jedoch bei der Entscheidungsfindung über den Einsatz zumindest bewusst sein, dass diese Themen im Raum stehen.
In einem neueren Update wurden bereits einige der Probleme angegangen und behoben.

 

Jitsi Meet

Ebenfalls rasant in seiner Bekanntheit gestiegen ist Jitsi Meet. Die quelloffene Software wird etwa vom Chaos Computer Club oder auch vielen Universitäten verwendet. Sie ist komplett kostenlos und kann ganz einfach auf https://meet.jit.si/ gestartet werden, ohne Anmeldung oder Installation. Zudem lässt sich Jitsi auf einem eigenen Server aufsetzen, sodass man als Firma oder Privatperson die volle Kontrolle über die verwendete Infrastruktur hat.

Komfortfunktionen wie die Einwahl über eine (kostenlose) Telefonnummer sind bei Jitsi nicht vorhanden, und es kann hier und da noch zu Inkompatibilitäten mit bestimmter Software oder bestimmten Funktionen kommen, aber es handelt sich hierbei um eine sehr leicht zu bedienende, komfortable und sichere Lösung, für die auch kostenlose iOS und Android Apps verfügbar sind.

Der Hoster unseres Vertrauens aus Basel, cyon, hat recht früh zu Beginn der Coronakrise Jitsi auf einem eigenen Server installiert und bietet dort ebenfalls die Möglichkeit für kostenlose Konferenzen.

 

Google Hangouts / Meet

Schon recht lange bietet Google die Möglichkeit über Hangouts oder Meet (für Businesskunden) Meetings online abzuhalten.
Auch hier werden die standardmässigen Funktionen angeboten. Vermutlich um dem rasanten Aufstieg von Zoom und Jitsi etwas Einhalt zu gebieten, hat sich Google nun offenbar entschieden, die mit mehr Funktionen versehene Version Google Meet, welche bis anhin nur zahlenden G Suite Kunden vorbehalten war, auch gratis jedem User mit einem Google Konto zur Verfügung zu stellen.
Grundvoraussetzung ist hier jedoch, dass der User, der das Meeting organisiert, über ein Google Konto verfügt.

 

GoToMeeting

GoToMeeting ist eine kostenpflichtige Videokonferenz-Software, die jedoch gratis 14 Tage getestet werden kann.
Auch bei GoToMeeting sind alle gängigen Komfortfunktionen vorhanden, die Zahl der möglichen Teilnehmer richtet sich nach dem gebuchten Plan und reicht von 150 bis zu 3000 Teilnehmern.
Teilnahme ist via Browser, Mobile App, Desktopanwendung oder Telefon möglich.

 

Skype / Teams

Skype von Microsoft ist kostenlos verfügbar und wird als Anwendung auf ihrem Desktop System bzw. als App auf ihrem Android- oder iOS-Smartphone installiert.
Hier sind neben den gängigen Funktionen wie Videotelefonie und Chatfunktionen auch Konferenzen mit bis zu 50 Teilnehmern möglich.
Vom Funktionsumfang her deutlich umfangreicher als Skype, und noch stärker auf die Kommunikation in Unternehmen ausgelegt, ist Microsoft Teams. Hier können etwa unterschiedlich Kanäle zur Kommunikation in bestimmten Gruppen definiert werden, Meetings und Videokonferenzen verwendet werden, etc. Auch Integrationen mit anderen Microsoft Anwendungen sind hier möglich.

 

Whereby

Schliesslich möchten wir noch auf die recht junge Lösung Whereby verweisen, welche unkomplizierte Meetings ohne Downloads oder Anmeldungen verspricht.
In der Gratisversion sind Meetings mit bis zu 4 Teilnehmern möglich, in den kostenpflichtigen Plänen bis zu 50 Teilnehmer. Auch unterschiedliche “Meeting Rooms” sind erst für zahlende Kunden verfügbar.

 

Sie sehen: Die Auswahl an möglichen Lösungen ist gross – es gibt noch weitaus mehr als die hier aufgeführten.
Wir hoffen jedoch, dass Ihnen diese kleine Übersicht etwas Inspiration geliefert hat, um Ihre Kommunikationsmöglichkeiten ideal auf Ihre Bedürfnisse anzupassen.
Falls Sie noch unsicher sind, was für Sie die richtige Lösung ist, oder Sie Hilfe bei der Einrichtung einer bestimmten Lösung brauchen, kommen Sie einfach auf uns zu: Wir beraten Sie gerne und unterstützen Sie bei der technischen Implementierung Ihrer Wunschlösung.

 

Bildquelle: Photo by Chris Montgomery on Unsplash

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