Oktober 2018 – E-Commerce-Lösungen zum Aufbau eines Webshops

Einkaufswagen im Detail

E-Commerce-Lösungen zum Aufbau eines Webshops

 

Die Art, wie Menschen ihre Einkäufe tätigen, hat sich in den letzten Jahrzehnten dramatisch gewandelt. Vor allem bei grösseren Anschaffungen lesen Kunden vorab im Internet verstärkt Rezensionen anderer Käufer des gleichen Produkts. Auch der Kauf selbst findet immer häufiger direkt online statt. Durch dieses Kaufverhalten ergeben sich ganz neue Chancen. Denn egal wie klein Ihr bisheriger Kundenstamm, wie speziell Ihr angebotenes Produkt oder an welchem Ort Ihr Laden auch immer ist: Im Netz finden sich Kunden und Verkäufer schnell und direkt. Dabei ist der Onlineshop Ihre virtuelle Visitenkarte und ein ansprechendes Äusseres umso wichtiger.

Hat man sich dazu entschieden, einen Onlineshop zu erstellen, kommt gleich die erste entscheidende Frage auf: Welches System soll eingesetzt werden? Hier gibt es sehr grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern. Zum einen kommt es darauf an, wie viel man für das Shopsystem zu zahlen bereit ist. Letztendlich kosten alle Systeme Geld, auch wenn bspw. der Begriff Open Source auf den ersten Blick etwas anderes erwarten lässt. Denn hier müssen regelmässige Updates aufgespielt werden, um die Sicherheit/Stabilität des Systems zu gewährleisten. Bei SaaS-Lösungen entfällt dieser Eigenaufwand, hinzu kommen jedoch regelmässig zu entrichtende Mietkosten für die Lizenzierung.

Schliesslich arbeiten Sie in einem Shop mit Geld sowie den Kontoinformationen ihrer Kunden, die sicher verwahrt werden müssen. Hier stellt sich auch gleich die nächste wichtige Frage: Verfügen Sie über die nötigen Kompetenzen bzw. auch zeitliche Ressourcen, um sich um die Sicherung/Programmierung des Systems selbst zu kümmern, wollen Sie dies einer Agentur überlassen, oder im Falle einer SaaS-Lösung direkt in einem pauschalen Monatspreis mit “einkaufen”?
Erwägen Sie die Installation auf dem eigenen Server? Dadurch liegen die Daten vollständig in Ihrer Hand, Sie müssen sich aber auch eigenständig um die Kontrolle kümmern. Dies ist beispielsweise bei der Überprüfung nach korrekten Zahlungseingängen sehr wichtig. In Mietlösungen wie bspw. Shopify ist ein Betrugs-Check/Fraudcheck bereits integriert. Auch die Frage, ob man bei Problemen einen Support kontaktieren kann oder ob es detaillierte Hilfestellungen im Internet gibt, bspw. in Form eines Forums, kann bei der Entscheidung Beachtung finden. Wiederum muss bei der Wahl auch ins Auge gefasst werden, welche Anforderungen man an das System letztendlich stellt: Ein kleines Startup, das mit seinem Produkt noch ganz am Anfang steht, hat mit Sicherheit andere Ziele als eine bereits bestehende Firma mit einem etablierten Kundenstamm für ihr Produkt. Ebenfalls sehr wichtig ist die aktuelle Ausgangslage: Verfügen Sie bereits über eine Website und wollen nun einen Shop integrieren, sind Sie gegebenenfalls in der Auswahl bereits eingeschränkt. Wollen Sie also Ihre TYPO3-Website um einen Onlineshop erweitern, so fällt ein WordPress Plugin wie WooCommerce bereits von vornherein weg.

Prinzipiell lässt sich ein Onlineshop auch von Grund auf selbst programmieren – das entsprechenden Know-how und ausreichend Zeit vorausgesetzt. Meist wird jedoch auf professionelle E-Commerce-Software zurückgegriffen. Die Auswahl reicht hier von proprietären Onlineshop-Lösungen über cloudbasierte Mietshops bis hin zu erschwinglichen Open-Source-Plattformen.
Im Folgenden zeigen wir Ihnen verschiedene E-Commerce-Lösungen zum Aufbau Ihres eigenen Webshops.

Vergleich Shopsoftware

 

WooCommerce

Bei WooCommerce handelt es sich um ein WordPress-Plugin, welches das beliebte und entsprechend weit verbreitete CMS zu einem vollwertigen Onlineshop macht. Mittlerweile wird WooCommerce auf über drei Millionen Websites eingesetzt. Die nahtlose Integration in WordPress bringt sämtliche Vor-, aber auch Nachteile dieses CMS mit sich. Der Funktionsumfang lässt jedoch kaum zu wünschen übrig, und in Sachen Flexibilität und Erweiterbarkeit steht WooCommerce dem Platzhirsch Magento in kaum einer Hinsicht nach. Auch die Anbindung des Onlineshops an CRM- oder ERP-Systeme lässt sich durch individuelle Schnittstellen problemlos bewerkstelligen.
Gerade wenn Sie noch nicht auf eine bestimmte E-Commerce-Lösung festgelegt sind, Ihr Shop aber skalierbar und erweiterbar bleiben soll ohne allzu hohe Initialkosten, könnte WooCommerce das Mittel der Wahl sein.

Magento

magento k-webs e-commerce-lösungenMagento ist eine äusserst leistungsstarke und eine der am meistverwendeten Onlineshop-Lösungen überhaupt. Da Magento Open Source ist, fallen für die Software an sich keine Kosten an. Die grössten Stärken von Magento liegen in der Skalierbarkeit und den unzähligen Möglichkeiten, den Funktionsumfang zu erweitern; sei es durch fertige Erweiterungen aus der grossen Magento-Community oder durch individuelle Eigenentwicklungen.
Multishop-Lösungen beispielsweise für den Vertrieb in mehrere Länder sind ebenso möglich wie auch die Mandantenfähigkeit konfiguriert werden kann, sodass verschiedene Kundengruppen jeweils ein individuelles Produktangebot zu sehen bekommen. Im Juni 2018 wurde Magento von Adobe aufgekauft. Anfangs Oktober 2018 wurde nun bekannt, dass die Magento Commerce Cloud in die Adobe Experience Cloud integriert wird. Dadurch „erhält Adobe eine eigene native Commerce-Expertise und wird künftig jeden Moment des Shopping-Erlebnisses noch individueller auf den jeweiligen Nutzer zuschneiden können.“

TYPO3

TYPO3Wer eine TYPO3 Webseite hat und diese um einen Shop ergänzen möchte, der hat mit verschiedenen Plugins die Möglichkeit dazu. Dabei finden sich gute Lösungen eigentlich für alle Shop-Größen und Anforderungen. Ein eher einfach gestricktes Plugin mit eingeschränkten Features ist dabei Quick Shop. Dieses ist durch die einfache Ein-Klick Installation auch für Typo3-Einsteiger zu empfehlen. Zu den Grundfunktionen gehören neben der Mehrsprachigkeit, integrierter Lagerverwaltung und diversen unterstützten Bezahlmethoden auch SEO-Funktionen wie bspw. die Unterstützung von realURL. Quick Shop eignet sich sehr gut für kleinere Shops mit übersichtlichem Produktangebot. Bis vor kurzem war Multishop ein häufig eingesetztes Plugin. Da dies aber nur bis zur TYPO3 Version 7 LTS unterstützt wird, kann dies für Neuinstallationen nicht mehr in Betracht gezogen werden und wird hier nicht weiter betrachtet.

Der absolute Klassiker unter den Shop-Plugins für TYPO3 ist tt_products. Dieses besteht seit 2008, wird kontinuierlich weiterentwickelt und unterstützt auch die aktuellen TYPO3 LTS Versionen 7 und 8. Das Plugin ist Open Source, wirklich kostenlos sind jedoch nur ältere Versionen, da für die neuesten Versionen ein einmaliger Beitrag errichtet werden muss. Vorteil: Dadurch wird die Arbeit der Entwickler unterstützt, wodurch für regelmässige Updates gesorgt werden kann und auf längere Sicht die Zukunft dieser Extension gesichert scheint. Das Plugin tt_products hat bereits wesentlich umfangreichere Funktionen. Beispielsweise lässt sich das komplette Layout über HTML-Templates anpassen. Ebenso können Staffelpreise, Angebote und Rabatte bei den unterschiedlichen Produkten eingestellt werden sowie Produkte umfangreich kategorisiert und sortiert werden. Für Viele sicher auch interessant: Aus einer TYPO3 Präsenz heraus können mit tt_products mehrere unabhängige Shops betrieben werden.

Drupal Commerce

Auch bei Drupal handelt es sich um eine Open Source Lösung, hier auf Basis des CMS Drupal. Das System besteht seit 2011 und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Zu den Kernfunktionen gehören ein komplettes Produktverwaltungssystem, Check-Out-Formular, Mehrsprachigkeit und Unterstützung verschiedener Währungen. Eines der früheren Probleme, den bisherigen Mangel an unterstützten Bezahlungsmethoden, hat Drupal im Jahr 2017 gelöst: Mittlerweile gibt es 55 unterstützte Zahlungsmöglichkeiten, darunter PayPal und Klarna. Ein grosser Pluspunkt, der von vielen Nutzern hochgeschätzt wird, ist die schier endlose Flexibilität und Anpassungsfähigkeit. Durch die grosse Auswahl an hinzufügbaren Modulen kann man sich seinen Onlineshop individuell gestalten. Jedoch erfordert dies mitunter gute Programmierkenntnisse.
Weniger IT-Affine, könnten es daher vor allem am Anfang recht schwer haben, wenn sie nicht auf die Unterstützung einer Agentur bauen können. Im Vergleich zu anderen Systemen wie bspw. Magento wird Drupal Commerce noch nicht so häufig verwendet wird, weshalb aufbereitete Lernhilfen wie Online-Tutorials eher spärlich vorhanden sind. Allerdings finden Anwender in der Drupal Community sowie im Blog Unterstützung bei Fragen.

Shopify

Shopify ist eine kostenpflichtige proprietäre Lösung, die sich vor allem für kleinere bis mittelgrosse Onlineshops eignet. Gerade auch dann, wenn es wichtig ist, möglichst rasch mit einem Shop im Internet vertreten zu sein. Dies kann der Fall sein, wenn sich eine „grosse“ E-Commerce-Plattform noch in der Entwicklung befindet oder der Onlineshop lediglich einen zusätzlichen Vertriebskanal für einige Produkte darstellt, oder aber zunächst die Marktakzeptanz von Produkt und Shop analysiert werden soll.
Das von Shopify angebotene Point-of-Sale-System (POS) erlaubt es, seine Produkte sowohl im direkten Kundenkontakt zu verkaufen als auch online, was in erster Linie für kleinere Läden und Boutiquen interessant sein könnte. Die initiale Einrichtung des Onlineshops ist mit keinem grossen Aufwand verbunden, sodass schnelle Erfolge vorzuweisen sind. Im Gegensatz zu völlig frei konfigurierbaren und erweiterbaren E-Commerce-Lösungen bewegt man sich hierbei natürlich in einem engeren Rahmen.
Ausserdem erhebt Shopify in Abhängigkeit vom genutzten Funktionsaufwand auch eine unterschiedlich hoch ausfallende Transaktionsgebühr, die in die Kosten-Nutzen-Rechnung einbezogen und im Vergleich zu anderen Lösungen berücksichtigt werden muss.

Fazit

 

DAS 100 % perfekte System, das all Ihre Anforderungen erfüllt, gibt es nicht. Jedes der vorgestellten Systeme hat in unterschiedlichen Szenarien individuelle Vorteile und Stärken. Für die Entscheidungsfindung haben wir Ihnen daher folgende Tabelle zusammengestellt, in der die jeweiligen Eigenschaften der unterschiedlichen Tools direkt miteinander verglichen werden können. Die oben vorgestellten Systeme stellen auch nur einen kleinen Teilbereich aus den am Markt verfügbaren dar. Sie benötigen ein System, das hier nicht aufgeführt ist? Ihre bisherige Lösung basiert auf einer anderen E-Commerce-Lösung, welche aktualisiert und erweitert werden soll? Sprechen Sie uns einfach an: Wir analysieren Ihre Bedürfnisse und finden eine Lösung!