Thema des Monats

Möglichkeiten der Augmented und Virtual Reality

Mädchen fährt Fahrrad mit VR-Brille

Teil 2 – Virtual Reality

In den letzten Jahren hat das Thema Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) stark an Präsenz in der Medienwelt gewonnen. Im vorherigen Teil 1 der Serie “Möglichkeiten der Augmented und Virtual Reality”  haben wir bereits die Technik der Augmented Reality näher beleuchtet. In Teil 2 geht es um Virtual Reality.

Anders als bei der AR braucht es für die Virtual Reality etwas mehr Equipment als nur das Handy. Wortwörtlich zum Tragen kommen dabei meist sogenannte Virtual-Reality-Brillen. Diese spielen mit der sogenannten Stereoskopie. Hier wird für jedes Auge auf dem Bildschirm ein etwas anderes Bild gezeigt, wodurch ein räumlicher Eindruck von Tiefe entsteht, der physikalisch gar nicht vorhanden ist.
Die Brillen müssen keineswegs zwingend teuer sein. Zum Testen der Technologie reicht oft auch schon die Version aus Pappe (siehe Bild unten). Das ist dann ein Gestell, in das sich das Handy vorne einklemmen lässt. Zum Selberbauen finden sich im Internet zahlreiche Anleitungen, oder man bestellt sich bspw. das Google Cardboard Set für ein paar Franken. Vor der Verwendung muss man das Smartphone noch kalibrieren und ihm somit "erklären" welche VR-Brille genutzt wird. Das ist sehr wichtig für ein optimales Bildergebnis, da alle VR-Brillen unterschiedliche Linsen verwenden, die das Bild entsprechend anders darstellen.

Google Cardboard

Im Gegensatz zur AR - bei der es um die Erweiterung der Realität geht - ist das Ziel bei der VR, komplett in eine andere Welt zu entschwinden. Durch das Aufsetzen der VR-Brille passiert die Ausblendung der Realität, die Augen fokussieren sich automatisch auf den Bildschirm vor den eigenen Augen. Die reale Welt in der sich der Körper tatsächlich befindet, verschmilzt mit der virtuellen Welt, die einem auf dem Bildschirm suggeriert wird. Dieses Eintauchen in diese andere Welt bleibt oft nicht ohne körperliche Folgen. Ob extreme Höhe, gefährliche Tiere oder Personen, die zu nahe an einen herantreten: Der Körper reagiert direkt auf die Dinge, die er vor Augen hat. So können neben einem Gefühl der Beklommenheit auch Schwindel oder Übelkeit einsetzen.
In der Psychotherapie gibt es bereits Therapieansätze, die mit Virtual Reality arbeiten. Patienten mit Phobien werden gezielt ihren Ängsten ausgesetzt, um diese zu bekämpfen. So kann man eine virtuelle Spinne das Bein eines Patienten hochkrabbeln lassen oder den Sprung vom 10 Meter Brett suggerieren. (Näheres dazu unter spiegel.de)

Dass VR und Wissenschaft wunderbar miteinander funktionieren zeigt Labster. Mit dieser VR App können typische Arbeitsabläufe im Labor dargestellt werden. Dies ist nicht nur für angehende Biologen oder Chemiker sehr nützlich, um die Theorie besser zu lernen. Auch Fachkräfte können so spielerisch den Umgang mit neuen Maschinen und Methoden lernen, ohne dass ein Chemieunfall mit katastrophalen Folgen zu erwarten ist.
Medizinern bietet Virtual Heart die Möglichkeit, die Funktionsweise eines Herzens genauer zu betrachten. Man kann dabei auch einen Rundgang durch das Herz und alle Blutgefässe machen und den Blutkreislauf direkt vom Inneren des Körpers aus erkunden. Ebenfalls lassen sich verschiedene Herzkrankheiten darstellen und das Herz in Einzelteile zerlegen.

 

Speziell für Schulklassen oder grössere Gruppen entwickelte Google die VR App “Expeditions”. Der Lehrer führt seine Gruppe von bis zu 30 Schülern dabei durch 360°- und 3D-Bilder und erklärt unterwegs die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Von vielen Schülern als eher langweilig empfundene Unterrichtsformen können durch den Einsatz der VR-Technologie eine immense Aufwertung bekommen. Ob Haie in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, einen Offshore-Windpark in der Nordsee erkunden oder den Mount Everest besteigen: Durch die Themenvielfalt und das wachsende Angebot der auswählbaren Expeditionen lässt sich die App für viele verschiedene Fächer einbinden. Die Stiftung Lesen hat für Lehrer eine kurze Einführung zum Einsatz von VR im Klassenzimmer erstellt.

 

Auch im Marketing lassen sich mit VR neue Wege gehen: Virtuelle Showrooms ermöglichen Produktvorstellungen wie vor Ort. Dem Interessenten in Übersee mal eben das Ferienhaus in der Schweiz zeigen? Mit VR kein Problem. Vereinfacht gesagt werden hier mehrere 360°-Bilder der Location zusammengefügt, um einen insgesamt flüssigen Rundgang zu ermöglichen. Dafür wird ein spezielles Stativ und Objektiv für die Kamera benötigt. Die Google Street View-Fahrzeuge verwenden für die Erstellung der Karten auf Google Maps die gleiche Technik. IKEA benutzt die Technologie ebenfalls, um dem potentiellen Kunden einen Eindruck zu vermitteln, wie die angebotenen Möbel bei sich zuhause im eigenen Wohnzimmer aussehen könnten.

 

Für Weltenbummler gibt es ebenfalls verschiedene Ansätze das Fernweh zu stillen. Ganz entspannt von Zuhause aus über den Münchner Viktualienmarkt schlendern? Die App München 360° macht’s möglich. Besonders schön: Wer den Ton anmacht hört die Originalgeräusche der Szenerie, so z.B. einen Marktverkäufer im Gespräch mit Kunden. Eine weitere Idee zur Verwendung von VR ist es, geführte virtuelle Touren anzubieten. Vor allem an Touristenhotspots wie bspw. dem Kolosseum in Rom ist dies eine gutes Mittel, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Touristen laufen dabei nicht durch die echten historischen Stätten, sondern erkunden diese virtuell. Begleitet wird das Ganze von einem realen Tourguide, der mit seinen Erläuterungen die Tour zu einem authentischen Erlebnis macht.

Besonders clever vermarktet sich Paris. Der Nutzer hat hier eine interaktive Karte (siehe Bild unten), kann verschiedene Orte darauf besuchen und bekommt durch einen Audioguide kurze Infos mitgeteilt. Befinden sich auf dem Kartenausschnitt Hotels oder Restaurants können Zimmer direkt gebucht werden oder man erhält eine Weiterleitung zu Bewertungsportalen. Tourismusmarketing at its best.

Virtual Map Paris

 

Auf Youtube finden sich 360°-Videos für beinahe jeden touristisch sehenswerten Ort. Teilweise mit, teilweise ohne Audioguide.

 

Warum nur eine Stadt besichtigen, wenn es doch gleich ein ganzer Kontinent sein könnte? 2017 eröffnete der Europa-Park Rust das Voletarium. In 4,5 Minuten fliegt der Besucher damit virtuell über die Länder Europas. Durch die Kombination aus Fahrgeschäft und VR-Brille fühlt sich der Flug für den Zuschauer dabei noch echter an.

Ebenso wie bei der AR wird auch VR meist auf Anhieb nur mit dem spielerischen Ansatz verbunden. Bekannt und im DACH-Raum mittlerweile auch weiter verbreitet sind zum Beispiel Virtual Reality Spielhallen, bei denen man ähnlich wie bei Lasertag seine Gegner bekämpft, sich dabei nun aber durch die VR-Brille in einer völlig anderen Welt befindet. Wie bisher gezeigt, ist dies aber nur einer von vielen möglichen Bereichen.

Fazit

Sie wollen Ihren Kunden einen Mehrwert bieten oder planen eine interaktive Marketing-Massnahme? Ob informierend, animierend oder faszinierend: Die Möglichkeiten für den Einsatz von Virtual Reality sind enorm. Was heute noch utopisch erscheint, ist morgen bereits Alltag. Sprechen Sie uns gerne an!

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