Thema des Monats

Google Maps und die neuen Kosten – Welche Alternativen gibt es?

Finger zeigt auf eine Landkarte

Bereits seit langem gehört Google Maps zu den Top-Produkten von Google. Über alle Plattformen hinweg wird es von mehr als einer Milliarde Menschen benutzt. Bei einer geschätzten Weltbevölkerung von 7,5 Mrd. Menschen ist dies ein enormer Marktanteil. Auch bei den auf Websites eingebundenen Karten ist Google Maps häufig der favorisierte Anbieter. Bisher war die Verwendung solcher Karten auf Websites für Websitebetreiber in den meisten Fällen kostenlos. Zudem konnte eine Karte bereits über eine einfache URL eingebunden werden. Im Juli 2018 ergaben sich jedoch grundlegende Änderungen.

Was hat sich geändert?

Vor allem bei älteren Maps-Integrationen wurde oft nur eine einfache URL verwendet über die die Karte eingebunden wurde. Seit dem 15. August sind nun allerdings diverse API-Keys und damit ein Google Developer Account zwingend vorgeschrieben - was die Einbindung einer Karte nicht unbedingt vereinfacht.

Zudem wurde das Preismodell für Zugriffe auf Google Maps gründlich umgestellt. Bislang wurde das Laden von einzelnen Karten gezählt. Dabei war es egal, was auf der Karte letztendlich dargestellt wurde (z.B. Detailstufen, Places...) und wie viele API-Aufrufe dafür benötigt wurden. Im neuen Modell wird nun pro API-Aufruf abgerechnet. Während bei einfachen Karten meist ein API-Aufruf genügt, können bei komplexeren Darstellungen schnell zusätzliche API-Aufrufe notwendig werden.  

Dadurch steigen die Kosten dann zusätzlich an. Dies betrifft vor allem Seiten mit einem hohen Traffic. Denn: der Aufruf bestimmter Kartendarstellungen kann unterschiedliche API-Calls zur Folge haben. So müssen zur Darstellung einer interaktiven Karte, die ausserdem Google Street-View-Funktionalität beinhaltet und z.B. Informationen über den Firmenstandort via Google Places liefert, bereits 3 unterschiedliche APIs angesprochen werden. Damit können die gewährten kostenlosen Aufrufe schnell auf ein Minimum zusammenschmelzen.

Viele Betreiber kleinerer Webseiten können aber erstmal aufatmen. Sollen lediglich bestimmte Punkte (z.B. die Firmenadresse) auf einer interaktiven Karte visualisiert werden, reicht in der Regel die Google Maps Java Script API aus. Mit dem Freikontingent von 200 USD lassen sich damit bis zu 28.000 API-Calls pro Monat kostenlos realisieren. Soll die auf der Website integrierte Google Map jedoch (weiterhin) voll erreichbar sein, müssen zumindest Kontodaten hinterlegt werden.

Welche Alternativen gibt es?

Für Websites mit einer grösseren Anzahl an Kartenaufrufen oder komplexeren Darstellungsmustern haben wir uns im Folgenden ein paar Alternativen zum Einsatz von Google Maps angesehen. Hierbei zeigen wir auch Vor- und Nachteile des jeweiligen Produkts auf.

 

Google Maps - Below the Fold

Kartenausschnitt Google Maps

Häufig lässt sich die Zahl der Calls allein durch die Art der Karteneinbindung reduzieren. Standardmässig sind Karten nämlich so auf einer Website eingebaut, dass sie beim initialen Laden der Seite zwar noch nicht direkt sichtbar sind, aber schon im Hintergrund geladen werden. Das Stichwort heisst hier “above/below the fold” (dt. “über/unter der Falte”). Mit "above the fold" ist jeglicher Inhalt auf einer Seite gemeint, der sichtbar ist, ohne nach unten scrollen zu müssen. “Below the fold” meint im Gegensatz dazu den Inhalt, der erst durch Scrollen nach unten erreicht werden kann.

Befinden sich die Karten auf Ihrer Website also „below the fold“, ist davon auszugehen, dass ein gewisser Anteil an Karten zwar geladen wird, der Websitebenutzer diese aber nie zu Gesicht bekommt, wenn er nicht nach unten scrollt. In dem Falle würde das Laden der eingebundenen Karte auf der Seite aber dennoch als ein Aufruf gezählt.

Um solche unnötigen Calls zu reduzieren, besteht somit die Möglichkeit, Maps erst dann zu laden, wenn der entsprechende Ausschnitt im Bildausschnitt erscheint. Dieses Verhalten ist mit einer Kombination verschiedener JQuery Funktionen und einem geringen Entwicklungsaufwand realisierbar.

Vorteil:

  • Gute Realisierbarkeit, geringer initialer Aufwand, vor allem wenn Google Maps bereits in Verwendung ist.

Nachteil:

  • Die Karte wird erst geladen wenn diese im Viewport auftaucht. Dadurch ergibt sich in Abhängigkeit der Internetverbindung und der Computing-Power des Endgeräts eine kurze Verzögerung beim Laden der Karten. 

Open Street Maps

Kartenausschnitt Open Street Maps

Open Street Maps ist open source und somit vollständig kostenlos. Durch den Einsatz von Open Street Maps wäre die Anzahl von Map-Aufrufen daher vernachlässigbar. Die Einbindung von Open Street Maps unterscheidet sich allerdings grundlegend von der Art wie Google Maps verarbeitet werden. Anstelle über eine API auf „fertige“ Kartenansichten zuzugreifen, werden lediglich Geoinformationen geladen. Die eigentlichen Karten werden dann über ein Toolkit (z.B. Mapnik) auf dem eigenen Server erstellt.

Da sich viele Menschen mittlerweile so sehr an die Gestaltung und Farbgebung der Karten von Google gewöhnt haben, ist die Darstellung anderen Karten auf den ersten Blick oftmals eher verwirrend. Da die Inhalte der Karten bei Open Street Maps frei programmierbar sind, lässt sich deren Aussehen mittels Stylesheets jedoch recht umfassend verändern.
Der initiale Aufwand ist allerdings recht hoch, da neben der Definition und Programmierung zunächst das System besser verstanden werden muss.

Vorteil:

  • Keine laufenden Kosten
  • Hohe Flexibilität da vollständig anpassbar

Nachteil:

  • Sehr hoher Initialaufwand

BING Maps

Kartenausschnitt BING Maps

Microsofts Kartendienst Bing-Maps ist weitestgehend mit den Services von Google-Maps vergleichbar. Bei Kosten von USD 495.- pro 100.000 Kartenaufrufen ist die Preisgestaltung auf den ersten Blick zwar ebenfalls mit Google-Maps vergleichbar, anders als bei Google kann aber mit sogenannten Session-IDs gearbeitet werden. Bis zu 25 Loads pro Session entsprechen dabei einem Aufruf. Nutzer die bei einem Seitenbesuch die eingebundene Karte mehrmals laden, werden dadurch in der Regel nur einmal abgerechnet.

Vorteil:

  • Nutzung von Session IDs minimiert die Anzahl der abgerechneten Map-Loads

 Nachteil:

  • Hoher Initialaufwand bei Systemwechsel
  • Geringere Möglichkeiten im Vergleich zu Google

HERE Maps

Kartenausschnitt HERE Maps

HERE Maps ist der ursprüngliche Nokia-Kartenservice und von den hier vorgestellten Systemen am längsten auf dem Markt. Anders als bei Google Maps werden Karten immer als Tiles bzw. Kacheln verarbeitet (sozusagen ein Raster) und lassen sich in Ihrem Aussehen nur bedingt manipulieren. Allerdings ist es möglich, zusätzliche Layouts und Karteninhalte über die Kacheln zu legen. Damit erreicht HERE Maps ein sehr hohes Mass an Flexibilität. Der initiale Aufwand für derartiges „Styling“ ist allerdings ebenfalls recht hoch. Here Maps verfügt über eine relativ attraktive Preisgestaltung welche 250.000 Transactions pro Monat ohne Kosten ermöglicht (Eine Map Transaction entspricht hierbei bis zu 15 Server Calls). Die Kosten für zusätzliche Transactions belaufen sich auf USD 1.- pro 1000 Transactions, bzw. USD 449.- für eine Million.

Vorteil

  • Günstiges Preismodell mit viel „Luft nach oben“

Nachteil

  • Hoher Initialaufwand bei Systemwechsel

Fazit

Mit ein wenig Aufwand kann man in vielen Fällen auch weiterhin Google Maps einsetzen, ohne dass es das Budget zu sehr strapaziert. Geht es vor allem um die Darstellung einer Adresse, lassen sich aber mit den vorgestellten Alternativen vergleichbare Ergebnisse erzielen, die zumindest im laufenden Betrieb kostengünstiger sein können. Für spezielle und komplexere Anwendungen kann es sich aber lohnen, alternative Dienste, vor allem Open Street Maps oder auch Here Maps, anzuschauen. Auch wenn die initialen Aufwände höher sein mögen, die Möglichkeiten sind hier fast unbegrenzt und die Folgekosten gering. Die hier vorgeschlagen Alternativen bieten nahezu alle Funktionen, die Sie auch bei Google Maps finden (Routenplanung, Nahverkehr, Stadtansichten, Verkehrsdichte etc.).
Egal für welche der aufgezeigten Lösungen Sie sich entscheiden, wir helfen Ihnen gerne bei der Einbindung einer Karte auf Ihrer Website. Kommen Sie auf uns zu – wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.

Referenzen

Aufgrund unserer über 16-jährigen Erfahrung auf dem Gebiet der Webentwicklung, können wir auf eine lange und vielseitige Liste von Referenzen verweisen. Machen Sie sich selbst ein Bild von unserer Bandbreite, und stöbern Sie etwas herum. Wir sind sicher, wir können Sie überzeugen! Unsere Referenzen »

Kontakt

+41 61 261 16 46

info@k-webs.ch